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Interview mit Nils Pooker

Pressemitteilung vom 01.09.2008

Nils Pooker hat uns ein paar Fragen zu seinem hauptsächlichen Vortragsthema - Barrierefreies Internet beantwortet.

Foto von Nils PookerDer gelernte Restaurator machte sich 1993 als Gemäldekopist selbständig. Neben zahlreichen Privatkunden schuf er Bilder für das Hotel Adlon, die MS Europa und das Grand Hotel Heiligendamm. Seit 1995 nutzt Nils Pooker die Möglichkeiten der Bildverarbeitung für Kundenkommunikation und Auftragsabwicklung. Das Internet als ideale Plattform zur kostengünstigen Präsentation führte 1998 zu ersten Versuchen im Webdesign mit der eigenen Internetpräsenz www.pookerart.de. Seit 2001 arbeitet Nils Pooker als Webdesigner. Neben Webstandards und dem Barrierefreien Internet beschäftigt er sich mit den Theorien menschlicher Kommunikation und Wahrnehmung, sowie Design, Malerei und Fotografie.

Wo werden für Sie im Entstehungsprozess eines Internetauftritts die meisten Barrieren produziert? In der Redaktion, im Design oder in der Technik?

Die größten Barrieren entstehen in der technischen Umsetzung. Das Problem dieser Umsetzungsfehler beginnt aber schon viel früher, nämlich in der Planungsphase einer Website. Barrierefreiheit ist eben keine Angelegenheit für den letzten Nachmittag vor dem Launch. Fehler in der Redaktion sind zwar ebenso häufig wie hartnäckig anzutreffen, aber die sind oft auf eine schlampige Schulung zurückzuführen oder dadurch, dass der Kunde ein CMS bedienen muss, dessen Editor ihn schlicht überfordert. Barrieren im Design entstehen nur, wenn der Webdesigner nichts vom Thema versteht.

Wodurch unterscheiden sich Websites von BIENE-Gewinnern von herkömmlichen barrierefreien Internetangeboten?

Wir von "Herkömmliche Produkte" wehren uns zunächst mal gegen die ständigen Diffamierungen in allen Medien. Im Ernst: wenn es einen wichtigen Unterschied gibt, dann die Professionalität der Angebote. Damit meine ich die Kombination aus Anspruch, Praxisnähe und professioneller Gestaltung. Die BIENE-Gewinner sind ja nicht nur technisch vorbildlich. Die Websites sind auch zielgruppenorientiert umgesetzt und professionell gestaltet. Ein Corporate Design schließt Barrierefreiheit nicht aus, und barrierefreies Webdesign bedeutet nicht Gestaltung auf Kindergartenniveau.

Gibt es Barrieren, die im Internet-Alltag immer wieder auftauchen?

Natürlich, auf diese Barrieren trifft man jeden Tag zu jeder Uhrzeit. Die größte und weit verbreitete Barriere ist mit Sicherheit die Ignoranz. Das betrifft Betreiber, verantwortlich sind jedoch die Entwickler und vor allem die Webdesigner. Es geht dabei gar nicht mal so sehr um technisch unzureichende Umsetzungsfehler, sondern um das schlichte Ausblenden des gesamten Themenkomplexes. "Sowas brauchen Sie nicht" lautet es offiziell von Entwickler oder Webdesigner, "das wollen wir nicht lernen" bedeutet es inoffiziell.

Märchen, Theorien und Praxis: Was ist "Barrierefreies Internet"?
09.00 - 09.45 Uhr

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