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Interview mit Jan Eric Hellbusch

Pressemitteilung vom 29.08.2008

Auf unsere Fragen zu seinem Vortrag "Worauf es wirklich ankommt - Prüfung wesentlicher Barrieren" haben wir von Jan Eric Hellbusch aussagekräftige Antworten bekommen.

Foto von Jan Eric HellbuschJan Eric Hellbusch ist Autor der beiden gleichnamigen Titel »Barrierefreies Webdesign« sowie weiterer Fachveröffentlichungen zum Thema. Mit "2bweb.de" bietet er bundesweit Beratung und Schulungen für barrierefreies Webdesign an. Von 2002 bis 2005 war er im Projekt BIK tätig und arbeitete dort insbesondere an der Entwicklung des BITV-Tests.

Hellbusch war an zahlreichen großen und kleinen Projekten bei der Umsetzung der Barrierefreiheit beteiligt, etwa beim Landtag-NRW, bei der Tagesschau oder bei der Selbsthilfeorganisation Pro Retina. Seit vielen Jahren setzt er sich ehrenamtlich für die Belange Blinder und Sehbehinderter ein.

Wie ist eine Einschätzung der Barrierefreiheit eines Webauftritts in kurzer Zeit möglich?

Meist gehört eine Portion Erfahrung zur Beurteilung der Barrierefreiheit dazu. Es gibt aber einige Punkte, die relativ leicht und schnell geprüft werden können - Punkte, die auf einem barrierefreien Webauftritt eigentlich selbstverständlich sind, etwa Labels für Formulare oder die Bedienbarkeit mit der Tastatur. Obwohl ich die ausgewählten Prüfpunkte nicht als "Mindestanforderungen" sehe, so ist zumindest die Nicht-Erfüllung ein starkes Indiz dafür, dass weitere Aspekte der Barrierefreiheit nicht umgesetzt sind.

Wieso stellen Sie ausgewählte Prüfpunkte auf der Grundlage des BITV-Tests vor? Kann man anhand der ausgewählten Prüfpunkte Rückschlüsse ziehen?

Mit einem Schnelltest kann man natürlich keine Schlüsse auf das Ergebnis einer vollständigen Prüfung ziehen. Vielmehr handelt es sich bei der Auswahl der Prüfpunkte um eine erste Orientierung. Wenn Sie eine barrierefreie Webseite in Auftrag geben, dann müssen Sie das Ergebnis auch kontrollieren können. Die ausgewählten Prüfpunkte erlauben den Einstieg bei der Bewertung. Dabei werden bei diesen Punkten verschiedene Nutzergruppen und verschiedene Aspekte der Umsetzung berücksichtigt. Wenn sich jemand mit der Barrierefreiheit auseinandersetzt, dann müssen selbstverständlich viele weitere Aspekte im konkreten Nutzungskontext bedacht werden. Die Auswahl an Prüfpunkten ist dabei ein Denkanstoß.

Wie hat sich die Situation im Internet seit Einführung der BITV verändert?

Insbesondere sind seit 2002 immer mehr Seiten standardkonform online gegangen. Aber es "bekennen" sich auch immer mehr Webentwickler zur Barrierefreiheit im allgemeinen und zur Standardkonformität im speziellen. Obwohl die Zahl der standardkonformen Seiten noch lange nicht die Mehrheit der Webangebote bildet, so steigen immer mehr - auch große - Anbieter - auf CSS-Design um. Die Standardkonformität bildet aber aus Sicht der Barrierefreiheit nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt immer noch enormen Handlungsbedarf, wenn die Nutzbarkeit von Webangeboten durch Menschen mit Behinderungen überprüft wird.

Worauf es wirklich ankommt – Prüfung wesentlicher Barrieren
15.30 - 17.00 Uhr

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