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Interview mit Tiffany Wyatt

Pressemitteilung vom 28.09.2007

Um das Thema "Testen" geht es im Vortrag von Tiffany Wyatt. Welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, hat sie uns in einem kurzen Interview erläutert.

Foto von Tiffany WyattTiffany Wyatt beschäftigt sich seit 1998 mit Webkonzeption und Screendesign. Seit 2001 ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der Mediengestaltungsagentur feld.wald.wiese. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Konzeption, Gestaltung und Qualitätssicherung von barrierefreien Websites.

Seit 2005 arbeitet sie für das Projekt BIK an der laufenden Weiterentwicklung der BITV-Tests mit.

Mit welchen drei Stichworten läßt sich Ihr Vortrag am besten beschreiben?

In drei Stichworten schaffe ich das beim besten Willen nicht – aber in drei Sätzen: Was bringt ein Test auf Barrierefreiheit? Wie funktioniert so ein Test? Welche Test-Formen gibt es, was kosten sie und wie setzt man sie am besten ein?

Wie beurteilen Sie die Barrierefreiheit der von Ihnen getesteten Angebote im Großen und Ganzen?

Viele Anbieter, die sich dafür entscheiden, ihre Website auf Barrierefreiheit testen zu lassen, beschäftigen sich schon im Vorfeld intensiv mit den Anforderungen der BITV und den Prüfschritten des BITV-Tests. Folglich sind solche Sites im Vergleich zu den meisten „normalen“ Webangeboten im Netz oft überdurchschnittlich gut zugänglich und erzielen entsprechend auch im Test recht gute Ergebnisse.

Leider sagt das aber natürlich nichts über die Zugänglichkeit des Internets im Allgemeinen aus. BIK prüft im Test der Woche regelmäßig größere Webangebote von allgemeinem Interesse, da sind die Ergebnisse oft niederschmetternd. Dieses Jahr haben zum Beispiel die Portale der Städte Hamburg, München und Berlin extrem schlecht abgeschnitten, ebenso die Reiseauskunft der Deutschen Bahn.

Wo sind die Grenzen bei Selbstbewertungen? Wird da nicht stark geschummelt?

Die in der 95plus-Liste veröffentlichten Selbstbewertungen werden von BIK sehr genau überprüft, denn natürlich sollen nur Webangebote in die Liste aufgenommen werden, die sich ihre 95 Punkte auch wirklich verdient haben. Schummeln ist also gar nicht möglich.

Anders ist das natürlich bei Selbstbewertungen, die von Agenturen intern durchgeführt werden, zum Beispiel zur Qualitätssicherung oder als Vorbereitung für einen BITV-Test durch BIK. Wie realistisch die Ergebnisse solcher internen Selbstbewertungen sind, hängt davon ab, wie gut der Prüfer ist. Wer sich nicht ausreichend mit dem Prüfverfahren auseinandersetzt oder beim Bewerten schummelt, mag zwar erstmal ein gutes Punkteergebnis erzielen – tut sich selbst aber letztendlich keinen Gefallen. Denn spätestens wenn der Auftraggeber einen Test bei einem neutralen Prüfinstitut in Auftrag gibt, zum Beispiel bei einer BIK-Beratungsstelle, schmelzen die erschummelten Punkte ganz schnell weg.

Für wen ist das Zertifikat "Barrierefreie Website" gedacht?

Das von DIN CERTCO angebotene Zertifikat richtet sich an Anbieter großer Websites, die eine noch umfassendere Prüfung als der abschließende BITV-Test wünschen und das bekannte DIN-Zeichen als Nachweis für die erreichte Barrierefreiheit nutzen wollen.

Das Zertifizierungsprogramm umfasst drei Bausteine, geprüft werden die barrierefreie Gestaltung,  die Verständlichkeit der Inhalte und  die Nachhaltigkeit. Die Prüfung der barrierefreien Gestaltung entspricht dem von BIK angebotenen abschließenden BITV-Test.

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