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Interview mit Michael Charlier
Pressemitteilung vom 15.08.2007
Wir haben Michael Charlier gebeten, einige Fragen zu seinem Vortrag "Qualitätsmanagement : Barrierefreiheit als Prozess gestalten" zu beantworten. Einige Tipps zur Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement hat er jetzt schon in seinem Interview verraten.
Michael Charlier (KommKonzept) ist seit 1995 als Berater und Entwickler für Webprojekte mit besonderen Anforderungen hinsichtlich Zugänglichkeit und Interaktionsfreundlichkeit tätig und beschäftigt sich seit 2000 praktisch und publizistisch mit Webstandards. Er ist der Gründer und langjähriger Moderator der Mailingliste CSS-Design.
Charlier hat zwei BIENE-Awards gewonnen war 2005 selbst Mitglied der BIENE-Jury. Charlier veröffentlichte im Jahre 2006 zusammen mit Angie Radtke das Buch "Barrierefreies Webdesign - Attraktive Websites zugänglich gestalten".
Können Sie uns in einem Satz sagen, wie Barrierefreiheit und Qualitätsmanagement zusammenhängen?
Der Gedanke an Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement liegt vielen Anbietern von Web-Inhalten noch fern. Die Anforderungen der Barrierefreiheit bilden da für viele einen ersten Anstoß, sich diesem Thema zuzuwenden. Ohne Maßnahmen zu Qualitätssicherung läßt sich die (stets relative) Barrierefreiheit von Projekten nicht auf längere Zeit erhalten.
Wie sieht es denn mit der Umsetzung des Qualitätsmanagements im Alltag aus?
Vielfach bescheiden. Teils fehlt es am Bewußtsein, fast überall fehlt es an den erforderlichen Mitteln. Dabei kann ein konsequent durchgeführtes Qualitätsmanagement auf die Dauer sehr wohl dazu beitragen, die Betriebskosten niedrig zu halten.
Stichwort "Barrierefreiheit als Prozess": Welches sind die wesentlichen Knackpunkte, die im Projekt zu lösen sind?
Die Prozesse überhaupt einmal als solche zu erkennen und im Zusammenhang ("lange Ketten") darzustellen. Webpublikation wird oft nur mechanisch auf anderweitig definierte Prozesse aufgesetzt. Aber auch Planung und Erstellung von Webprojekten werden oft in unverbundenen Einzelschritten "abgewickelt".
Wie beeinflussen neue Entwicklungen im Internet, wie zum Beispiel Web 2.0, die Qualitätssicherung und damit auch die Barrierefreiheit?
Da müßte man wissen, was Web 2.0 eigentlich ist - da gibt es noch wenig Übereinstimmung. Soweit im Web 2.0-Bereich usergenerierter Content eine Rolle spielt, wird man von Qualitätssicherung und Barrierefreiheit auf absehbare Zeit kaum sprechen können. Soweit man eher an die Bereitstellung "intelligenter" Hilfesysteme denkt, könnten z.B. per AJAX auch Hilfen zur Verbesserung der Zugänglichkeit für bestimmte Usergruppen erzeugt werden. Diese Hilfen sind jedoch meistens visueller Art - also nicht allgemein nutzbar. Für die gegenwärtige Situation wird man wohl nur die Minimalforderung stellen können, daß solche Hilfen für die Einen nicht zu Barriren für die anderen werden.
- Qualitätsmanagement: Barrierefreiheit als Prozess gestalten
- 13.00 - 13.45 Uhr
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