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Interview mit Brigitte Luckhardt

Pressemitteilung vom 16.07.2007

Wir haben Brigitte Luckhardt gebeten, ein paar Fragen zu ihrem Vortrag "Praxistest: Barrieren in Online-Jobbörsen" zu beantworten. Auf welche Barrieren man im Internet besonders oft stoßen kann, erfahren Sie im folgenden Interview.

Foto von Brigitte LuckhardtBrigitte Luckhardt hat das Studium der Landespflege mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich abgeschlossen. Nach dem Studium hat sie eine Ausbildung in einer Internet-Agentur zur Mediengestalterin absolviert und mit Auszeichnung bestanden.

Als Projektleiterin bei WEB for ALL führt Brigitte Luckhardt Schulungen durch und arbeitet in den Arbeitskreisen des AbI-Projekts mit. Sie hat mehrere Artikel verfasst und bei der Erstellung des E-Governmenthandbuch-Moduls „Barrierefreies E-Government“ und des Buchs "Barrierefreies Webdesign" im Autorenteam mitgewirkt.

Können Sie uns kurz sagen, warum Online-Jobbörsen barrierefrei sein sollten?

Das Internet ist heute sehr wichtig für die Stellensuche. Etwa drei Viertel der Arbeitssuchenden informieren sich hauptsächlich im Web über offene Stellen. Gerade für höher qualifizierte Hochschulabsolventen und jüngere Menschen spielt das Internet eine große Rolle. Noch wichtiger ist das Medium für blinde Menschen, die keine Zeitung lesen können, oder für manuell eingeschränkte Menschen, die eine Zeitung nicht allein umblättern können. Wenn die Online-Jobbörsen nicht barrierefrei sind, wird vielen behinderten Menschen der Zugang zu Stellenangeboten und damit zu einer Arbeit verbaut. Daher überprüft WEB for ALL im Rahmen des AbI-Projekts die Barrierefreiheit von 30 Online-Jobbörsen.

Gibt es Barrieren, die im Internet-Alltag immer wieder auftauchen?

Bei unseren Website-Tests finden wir zum Beispiel unklare Links, nicht korrekt ausgezeichnete Überschriften und nicht optimal skalierbare Seiten. Auch aussagekräftige Bildbeschreibungen sind noch keine Selbstverständlichkeit. Schlechte Kontraste finden wir leider sogar bei Internet-Seiten von Agenturen, die sich schon längere Zeit mit der Barrierefreiheit befassen – obwohl diese Barrieren sehr leicht behoben werden könnten.

Warum ist gerade das praktische Erleben von Barrieren so wichtig?

Die Anforderungen der BITV können erst richtig verstanden werden, wenn klar ist, wie behinderte Menschen sich im Internet bewegen. Viele unserer Schulungsteilnehmer sagen, dass sie die Wichtigkeit von Überschriften und eindeutigen Linkbezeichnungen erst erkannt haben, nachdem sie die Screenreadervorführung meiner blinden Kollegin Anna Courtpozanis erlebt haben. WEB for ALL legt daher in Schulungen besonderen Wert auf praktische Übungen, in denen die Teilnehmer die Barrieren selbst nachvollziehen können.

Wie hat sich die Situation im Internet seit Einführung der BITV verändert?

Welchen Einfluss das Behindertengleichstellungsgesetz und die BITV auf die Barrierefreiheit im Internet hat, können Sie am besten erkennen, wenn Sie die Seiten von Bundesbehörden mit denen von privaten Seiteninhabern vergleichen. Auch wenn nicht jede Website von Bundesbehörden absolut barrierefrei ist, wird deutlich, dass die BITV für die Barrierefreiheit maßgebend ist. Wegen der Verordnung können die meisten Websites der Bundesbehörden von behinderten Menschen gut bedient werden.

Praxistest: Barrieren in Online-Jobbörsen
10.25 - 11.10 Uhr

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